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Eine Stiftung für schriftliches Kulturerbe entsteht

Allgemeines und Auftrag

Die Notwendigkeit, Sofortmaßnahmen gegen den fortschreitenden Zerfall des deutschen schriftlichen Kulturerbes einzuleiten, ist offensichtlich. Schnelles Handeln ist geboten, die Bündelung aller Kräfte auf nationaler Ebene ist sinnvoll, denn diese Aufgabe lässt sich nicht auf einzelne Länder begrenzen.
Die “Deutsche Stiftung schriftliches Kulturerbe” soll die Institution, die Lobby der Schriften sein. Sie befindet sich gegenwärtig in Gründung. Zweck dieser privatrechtlichen Stiftung ist “die Beschaffung von Mitteln zur Rettung der in ihrem Bestand gefährdeten schriftlichen Kulturgüter sowie die Förderung von Maßnahmen zur Bestandserhaltung des schriftlichen Kulturgutes in Deutschland.”

In ihr sollen sich all diejenigen wiederfinden, die sich in Deutschland für die Bewahrung und Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes einsetzen wollen. Die Stiftung soll für all jene mit einer Stimme sprechen, die in der Politik oder in der Öffentlichkeit kaum oder gar nicht gehört werden.

Ihr Hauptanliegen ist zunächst, das geschriebene deutsche Kulturerbe ins Bewusstsein der Deutschen (zurück) zu holen, und an seine Bedeutung und Schönheit zu erinnern. Den führenden Köpfen aus Politik und Wirtschaft soll bewusst gemacht werden, dass die Unterstützung von Kultur eine Investition, nicht nur eine Subvention ist. Nichts verkörpert die Kultur mehr als die Schriften, in denen sie geschrieben steht. Es ist Aufgabe der Stiftung, insbesondere auf die Schriften hinzuweisen, deren Verlust droht.

Mit der Unterstützung möglichst zahlreicher prominenter und weiterer Helfer und durch Mithilfe möglichst vieler Medien sollen die notwendigen Gelder für den Erhalt des schriftlichen Kulturerbes eingeworben werden. Dabei sollen sich in gleichem Maße die öffentlichen Hände, private Förderer und die beauftragten Sachwalter der Schriften, also Bibliotheken und Archive, engagieren. Die Stiftung startet mit einem Vermögen von 100.000 Euro. Damit zählt sie zunächst zu den Stiftungen, die zur Realisierung von Projekten vorab die notwendigen Mittel einwerben muss.

Eine rasche Aufstockung des Stiftungskapitals ist jedoch angestrebt. Sie hat eine Reihe von Vorteilen:
  • Die Stiftung kann eigenes Personal beschäftigen, das dafür sorgt, dass das Thema der Stiftung aktuell bleibt. Nicht zuletzt dadurch werden Möglichkeiten geschaffen, weitere Spendengelder einzuwerben.
  • Mit ihrem auf Dauer angelegten Förderbeitrag wird die Stiftung zu einer verlässlichen Institution, die einen glaubhaften Beitrag zur Kulturförderung in diesem Land leistet. Dieses Bild (Image) wird sich auf ihre Förderer übertragen.
  • Ein hohes Stiftungsvermögen würde für die regelmäßige Beschäftigung von Restaurationsbetrieben in Deutschland sorgen. Damit werden nicht nur neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch wertvolles, handwerkliches Know-how in Deutschland bewahrt, das später auch im Ausland angeboten werden kann.
  • Die Stiftung sollte über die Lebenszeit ihrer engagierten Gründer hinaus Bestand haben. Dafür ist eine solide Kapitalbasis notwendig.

Wirkungsweise

Die Stiftung versteht sich als Repräsentant und Lobbyist des geschriebenen Kulturerbes in Deutschland. Das Hauptinstrument der Stiftung ist daher die Öffentlichkeitsarbeit. Ihre Botschaften sind grundsätzlich positiv und zukunftsgerichtet. Sie wird nicht vorwurfsvoll oder anklagend agieren. Sie ist zur bestmöglichen Erreichung ihrer Ziele darauf angewiesen, die Sympathie der Öffentlichkeit allgemein und insbesondere ihrer Unterstützer zu gewinnen. Dies schließt eine gewisse Hartnäckigkeit und Lautstärke nicht aus. Der Ton macht auch hier die Musik.

Sehr zügig soll die Stiftung durch gezielte Kommunikation zu der Institution rund um das schriftliche Kulturerbe werden. Das konsequente Besetzen von Themen in diesem Bereich (Agenda Setting) wird die Stiftung zu einem vernehmbaren Lobbyisten in Deutschland machen. Dabei stellen “Kultur”, “Bildung, “Wissenschaft” und “Europa” Begriffe dar, denen sich die Stiftung inhaltlich verbunden fühlt.

Die Präsenz in den Medien wiederum wirkt bei potenziellen Spendern vertrauensbildend. Man weiß seine Spende in guten Händen. Stellt sich einmal der Erfolg bei der Akquisition ein, und steuert auch der Staat Mittel in die Stiftung, so werden auch weitere Spenden folgen, denn der Erfolg übt bekanntermaßen die größte Anziehung aus.

Gegenstand der Öffentlichkeitsarbeit sind:
  • die gezielte Ansprache von Multiplikatoren (Prominente, Top-Entscheider, Presse) zur Erreichung von “Schneeballeffekten”.
  • Teilnahme an der öffentlichen Diskussion, sofern die Stiftungs-Thematik berührt ist, bzw. Beförderung eigener Themen auf die Tagesordnung der öffentlichen Agenda.
  • Die Förderung und Ausrichtung von Maßnahmen, die der breiten Öffentlichkeit das Thema Bestandserhaltung ins Bewusstsein bringen. Dazu gehören z. B. Tage der offenen Tür in Bibliotheken, Prominenten-Lesungen oder das öffentliche Werben für Buchpatronate.
  • Kontinuierliche Pressearbeit in regionalen und bundesweiten Medien.
  • Kooperationen mit Partnern, die gleich gelagerte Ziele verfolgen (Stiftung Denkmalschutz, Goethe-Institut).

Ziel dieser Wirkungsweise ist die nachhaltige Beschaffung von Geldern, die für den Stiftungszweck eingesetzt werden können (Fundraising). Professionelles Fundraising wird in den anglo-amerikanischen Staaten bereits erfolgreich praktiziert, Deutschland befindet sich mit dieser Thematik in der Anfangsphase. Für die Deutsche Stiftung schriftliches Kulturerbe bedeutet das eine große Chance.
 
 
Aufruf zum Tag des schriftlichen Kulturerbes

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